London calling

20.10.2015 - Champions League:  Arsenal vs FC Bayern München

Tag 1 - 19.10.2015
Am frühen Montagmorgen gegen 4 Uhr traf sich eine dreiköpfige Delegation (Dirk, Lukas & Sascha) des Bayern-Fanclubs „Fürst-Johann-Moritz“ aus Siegen, um unseren FC Bayern am Dienstagabend beim Champions-League Auswärtsspiel in der englischen Hauptstadt tatkräftig zu unterstützen. Zum wiederholten Male hieß der Gegner FC Arsenal.
Zugegebenermaßen war dies zum Start in eine dreitägige London-Reise einer eher bescheidene Uhrzeit, doch was nimmt man als Fußballfan nicht alles auf sich – schließlich hieß es ja wieder Europapokal!
Nach rund einstündiger Verspätung verlief unsere Flugreise von Köln/Bonn nach London-Stansted recht ruhig, und manche konnten den verpassten Schlaf ein wenig nachholen. Bestens gelaunt und bei für englische Verhältnisse „gutem“ Wetter, ging es dann mit dem Stansted-Express Richtung London City.
Da wir erst ab 13 Uhr Ortszeit ins sehr bescheidene, aber zentrale gelegene Hostel - dazu später nähere Infos – einchecken konnten, machten wir uns mithilfe von Stadtplänen und den Koffern im Gepäck zu Fuß auf den Weg durch die Stadt – „Extreme Sightseeing“ stand auf dem Programm.
Angefangen von der berühmten „Tower Bridge“ führte uns der Fußmarsch entlang der Themse über das „London Eye“ Richtung „Big Ben“. Auch die uns bereits im Vorfeld der Tour bekannten englischen Bierpreise (umgerechnet 7 Euro pro Bier) schreckten uns nicht ab, ein paar Zwischenstopps einzulegen und das ein oder andere Bier zu verköstigen.
Nach gefühlten  20 km Fußweg überlegten wir uns, den weiteren Weg zu unserem Hostel nach South Kensington mit der U-Bahn zurück zulegen. Dies stellte zunächst einige Probleme mit dem U-Bahn Ticket und dem damit verbundenen Service-Personal dar. Nach zahlreichen Diskussionen und leichten Orientierungsschwierigkeiten konnten wir letztendlich ein geeignetes Ticket für die kommenden Tage finden.
Am Hostel angekommen, waren wir zunächst von der Außenfassade positiv überrascht. Dieser Eindruck entpuppte sich allerdings schnell als Absteige, als wir das Hostel betraten. Nach kurzer Einsicht in unser Zimmer ist uns dreien schnell klar gewesen, dass dies nur zu Übernachtungszwecken diente.
So fuhren wir wieder in die Innenstadt, um die Sightseeing-Tour fortzusetzen. Geführt von unserem Fanclubvorsitzenden Dirk, der sich bereits durch seinen letzten Aufenthalt in London, dem Champions-League Finale 2013, gut auskannte, besichtigten wir den „Piccadilly Circus“ und den „Trafalgar Square“. Anschließend ließen wir den Abend in einigen der zahlreichen Pubs im bekannten Londoner Stadtteil „Soho“ ausklingen – wohlgemerkt nicht allzu lange, da die U-Bahnhöfe um 0 Uhr schlossen.
Am nächsten Morgen folgte die nächste Überraschung im Hostel, die uns leicht schmunzeln ließ. Der Frühstücksraum befand sich im Keller des Hauses, wo man lediglich 3 Tische mit Stühlen vorfand und kein Tageslicht zu Gesicht bekam. Dementsprechend gab es zum Frühstück jeden Tag nur Toast mit Marmelade, um die Gäste, die bereits vor der Tür Schlange standen, nicht allzu lange warten zu lassen. Sehr zur Aufregung von Dirk, denn er wurde von der Küchenchefin mehrmals indirekt aufgefordert, seinen Kaffee schneller zu trinken und den Tisch für die weiteren Gäste zu räumen.

 

Tag 2 - 20.10.2015
Für diese Verhältnisse gut gestärkt und bei strahlend blauem Himmel, begann Tag zwei unserer Tour mit dem Besuch des Buckingham Palace, wo am heutigen Dienstag der chinesische Präsident von vielen Tausenden Touristen frenetisch erwartet wurde. Nach ein paar Fotos in natürlich typisch bayrischer Lederhose vor dem Buckingham Palace, was von vielen Briten und Chinesen belächelt wurde, ging es weiter zum wohl berühmtesten und größten Warenhaus der Welt, dem „Harrods“.  Erstaunt von der Größe des sechsstöckigen Gebäudes und der Auswahl an Waren, machten wir uns nach einem ca. einstündigen Aufenthalt wieder auf den Weg zurück zum „Piccadilly Circus“, wo wir den ebenfalls aus Deutschland angereisten NRW-Fanclubverbandsvorsitzenden Jörg Heeren trafen, um uns über die aktuellen Themen des FC Bayern bei einem gemütlichen Bier in einem Irish-Pub auszutauschen.
Im Verlaufe des Mittags und frühen Nachmittags belagerten stündlich zunehmend „Die Roten“ die Stadt. So ließen die Fangesänge nicht lange auf sich warten und wir schlossen uns ein paar Bayernfans aus Ingolstadt an. Bei einem ersten Stop in einem „Fish & Chips“ Restaurant stießen die Zeilen wie „You only sing, if you winning“ bei der britischen Bevölkerung auf ein buntes Gelächter. Selbst die Polizei ließ nicht lange auf sich warten, um unsere ausgelassene Stimmung ein wenig zu bremsen. Nichtsdestotrotz zogen wir am Nachmittag geschlossen weiter Richtung „Emirates Stadium“, wo am Abend das dritte Spiel der Gruppenphase unserer Bayern angepfiffen wurde.
Um 19.45 Uhr Ortszeit konnte es bei besten Fußballbedingungen endlich losgehen. Bei wiedermal viel Ballbesitz seitens des FCB fehlte die in den vorherigen Spielen gewohnte Durchschlagskraft, und man kam nur zu wenigen zwingenden Torchancen. So konnten die „Gunners“ das Spiel am Ende mit 2:0 für sich entscheiden und sich somit eine Chance auf die K.O. Phase wahren.
Nach dem Spiel plante der in London ansässige Bayernfanclub „Red Dragons“ einen Fanmarsch durch die Stadt zum „Bavarian Beerhouse“, wo am Abend eigentlich der dritte Sieg in der diesjährigen Champions-League Saison zusammen gefeiert werden sollte. Dort angekommen und nach kurzen Überlegungen mussten wir allerdings schon den Heimweg zum Hostel antreten, da wie bereits o.g. die U-Bahnhöfe unter der Woche um 0 Uhr schließen.

 

Tag 3 - 21.10.2015
Am Mittwochmorgen hieß es dann packen und auschecken, denn die Rückreise nach Deutschland stand auf dem Programm. Da der Flug allerdings erst abends spät gebucht war und uns das typische englische Wetter in Form von Regen und Wind einholte, beschlossen wir, den Tag noch in einigen Pubs zu verbringen. Gegen Spätnachmittag ging es dann wieder mit dem Schnellzug zum Flughafen. Mit einstündiger Verspätung hob die Maschine gegen 20.15 Uhr Richtung Köln/Bonn ab, wo man um 22.15 Uhr deutscher Zeit landete. Anschließend ging es mit dem PKW nur noch Richtung Siegerland.
Alles in allem bleibt zu sagen, dass es trotz der Niederlage unserer Bayern eine sehr gelungene und mit viel Spaß verbundene London-Tour war. Wir hoffen, dass wir das nächste Mal mit einer noch größeren Delegation zum Champions-League Spiel anreisen werden.

Bericht von Lukas Wagener und Sascha Büdenbender